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SCHAUFENSTER 1,3 MILLIONEN EURO INVESTIERT Städtisches Krankenhaus erö net neuen Komplex Martin Forster, Geschäftsführer Städtisches Krankenhaus, Dr. Hartmann, Leiter Gefäßchirugie, Peter Scheidel, Bürgermeister ARTE POSTALE – BILDERBRIEFE UND KÜNSTLERPOSTKARTEN Eine Ausstellung der Akademie der Künste in Berlin 23 Mit einer Feierstunde wurde Mitte Mai der neue Büro- und Funktionsbereich im 2. Stock des Städtischen Krankenhauses Pirmasens erö net. Zunehmend knapper werdender Raum für Patienten und Mitarbeiter führten zu der Entscheidung, einen Neubau auf den Weg zu bringen. Rund 1,3 Millionen Euro wurden investiert um Büro- und Funktionsbereich der Gefäßchirurgie unterzubringen. Geld, das ohne Subventionen aufgebracht werden konnte. In diesem Neubau werden repräsentative und funktionelle Räume untergebracht sein. Durch die neu gewonnene Fläche konnten an anderen Stellen im Krankenhaustrakt provisorisch genutzte Flächen wieder zu Patientenzimmern umgewandelt werden. Damit konnte die Anzahl der Betten erhöht werden. (Text: Privat, Foto: Privat) Von zart aquarellierten Liebesbriefen, wild bestempelten Postkarten über visuelle Poesie und Text-Bild-Collagen zu Politstatements: Künstlerische Postsendungen sind visuell wie inhaltlich facettenreich und faszinieren bis heute. Das Forum ALTE POST präsentiert rund 300 Werke aus den reichen Beständen der Akademie der Künste in Berlin und der Sammlung Staeck. Zu sehen sind bisher nie oder selten gezeigte Bilderbriefe, Künstlerpostkarten und Mail Art aus dem Fundus der Archive und der Kunstsammlung der Akademie sowie gestaltete Briefe und Postkartenentwürfe von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern. Passend zum Thema sind einzelne Korrespondenzen von Hugo Ball, dem bekannten Dada-Mitbegründer und Literaten, sowie moderne Reminiszenzen an ihn aus der Sammlung der Stadt Pirmasens ausgestellt. Der Einfallsreichtum, die künstlerische Formenvielfalt, aber auch die Haptik machen den Reiz der Postsendungen aus und wirken letztlich als Plädoyer, es den Künstlern gleichzutun. Auch heute, in einer Zeit, in der die digitalen Medien zuneh- mend unseren Alltag bestimmen, gilt, dass ein individuell gestalteter Brief oder eine von Hand beschriebene Postkarte zu einem Geschenk für den Empfänger wird und Vergnügen bereitet. Den Auftakt der Ausstellung bildet ein historischer Teil mit gezeichneten oder gemalten Botschaften von bedeutenden Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Lyonel Feininger, Max Pechstein, HAP Grieshaber, Bernhard Heisig oder Bernhard Schultze. Doch auch Architekten, Schriftsteller oder Theaterregisseure schmückten ihre per Post versandten Texte mal mit einem farbigen Aquarell, mal mit einer präzisen Bleistiftzeichnung. So fi nden sich neben einem Brief der berühmten Gruppe „Gläserne Kette“ kolorierte Mitteilungen von Sarah Kirsch und Paran G‘Schrey sowie amüsant launige Bilderbriefe von Einar Schleef. Ein weiterer Ausstellungsbereich ist der illustren Künstlerpost gewidmet, die der Akademiepräsident Klaus Staeck seit Ende der 1960er Jahre vor allem von Künstlern aus dem Umfeld von Fluxus und Konzeptkunst erhielt, darunter zahlreiche Entwürfe für die Postkarten-Edition Staeck. Zu den Korrespondenten gehören Künstler wie Joseph Beuys und Jonathan Meese, die in ihrer charakteristischen Weise einzelne Karten oder auch Serien schufen. Hier führt die Ausstellung einige originelle Einfälle insbesondere in Bezug auf das Material vor Augen. Mit der Mail Art wird – ausgehend von Ray Johnson – eine Kunstrichtung und Kommunikationsform vorgestellt, die in den 1980er Jahren ihre Hochphase hatte. Vor allem in der DDR spielte sie, abseits der o ziellen Kunstdoktrin, eine wichtige Rolle. Mit subversiver Energie und pointierter Metaphorik auf der Wort- und Bildebene verstanden es Mail Artisten staatliche Kontrollinstanzen zu unterlaufen, den Horizont ästhetisch und gedanklich zu erweitern und über Grenzen hinweg politische und soziale Solidargemeinschaften zu bilden. Die künstlerisch-kommunikativen Absichten zeigen sich bei vielen Exponaten in der Technik der Collage und Assemblage. Die Sonderausstellung Ausstellung „Arte Postale“ ist noch bis 3. August im Forum Alte Post zu sehen. Die Ö nungszeiten sind dienstag bis sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr. Das Eintrittsticket zum Preis von 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, berechtigt ebenfalls zum Besuch der neu konzipierten Dauerausstellung „Heinrich Bürkel – Landpartie“. (Quelle: Stadt Pirmasens)


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